Pfarrer Juni 2010
9. Juni 2010 | Von Roland Loch | Kategorie: AllgemeinesLiebe Freunde,
die neue WM in Südafrika steht vor der Tür damit wieder ein Großereignis der Superlative. Zeichenhaft ist der Austragungsort, der so genannte Schwarze Kontinent. Fußball spielt in Afrika oder auch Lateinamerika eine andere Rolle als bei uns in Europa. Er hat auch eine gesellschaftliche Bedeutung: Es geht nicht nur darum, Sport zu treiben, Sieg und Misserfolg zu erleben, ein bisschen herum zu kicken. Sport im Allgemeinen und Fußball im Besonderen sind ein Sprungbrett nach oben. In Ländern mit schwacher Wirtschaftskraft, mit marodem oder kaum ausgebautem Bildungssystem, mit geringen Verdienst- und Arbeitsplatzperspektiven gibt es für die jungen Menschen nur zwei Alternativen zur Kriminalität: Musik und Sport. Das heißt, wer den Sprung nach oben geschafft hat, wer auf regionaler oder sogar nationaler Ebene spielt, der ist ein Held, ein Idol. Fußball schafft Existenz und Anerkennung auf höchstem Niveau.
Dass dem so ist, liegt einerseits an den ehemaligen Kolonialmächten in Europa, aber auch an den Regierenden jetzt und nicht zuletzt an uns, dem Menschen in den Nationen der so genannten Ersten Welt. Nämlich in der Frage, wie wir die Menschen dort unterstützen, ohne dass wir die Geldbeutel der Elite und der Tyrannen füllen.
Wenn die fußballbegeisterte Welt bald nach Afrika schaut, dann geht es nicht nur um den Sport, es ist ein wichtiges Zeichen der Unterstützung für die Menschen dort und es geht darum, dass wir uns die dort herrschende Not zu Eigen machen. Es kann nicht sein, dass man nur dann gut leben kann, wenn man in eine Elite hineingeboren wurde, oder wenn man ein Spitzensportler ist.
Euer und Ihr Pfarrer
Michael Krammer